wilfer & wilfer

In einer Zeit, der die Melodie abhanden gekommen ist, 
spielt "WILFER & WILFER" Musik, die sich nicht einordnen lässt. Es ist nicht nötig Musik mit einem Etikett zu versehen. Es genügt sich der Musik anzuvertrauen, sich von ihr ansprechen und im Innersten berühren zu lassen.
Rudi Wilfer und Felix Wilfer - zwei Generationen.
Nützen Sie die Gelegenheit, hören Sie zu!
 
 

 

Das Zusammenspiel im Duo ist ein besonders intimes Musizieren, verlangt dieses Format doch den Musikern das Äußerste ab. Zwiegespräche dieser Art haben in der Jazzgeschichte jedenfalls eine lange und besondere Tradition, von Louis Armstrong / Earl Hines über Lee Konitz / Billy Bauer bis zu Gary Burton / Chick Corea.

Die beiden Wilfer, Vater Rudi und Sohn Felix, knüpfen im weitesten Sinn an diese Tradition an, in dem sie spannende Dialoge führen und atemberaubende schöne „Geschichten erzählen“.

Ob die fantasievollen Improvisationen über unterschiedlichste Harmoniefolgen oder Kompositionen von Miles Davis, Steve Swallow, Michel Legrand oder Sergej Rachmaninov neben einigen „Originals“ der beiden Protagonisten („Tropfsteine“ oder Walzer Hellbrunn“ von Rudi Wilfer) („ Dave“, „For Monk“ oder „Misty Vision“ von Felix Wilfer) tatsächlich als Jazz im herkömmlichen Sinn zu bezeichnen sind, ist anzuzweifeln.

Doch Etikettierungen in der Kunst sind ohnedies fragwürdig und überflüssig.

Eindeutig vermitteln die beiden Wilfer auf höchst sensible und geschmackvolle Art die unterschiedlichsten Möglichkeiten von Strukturen und Dynamik, schwelgen zuweilen in Wohlklang, wobei Wilfer Senior, ein Jazzmusiker, dem seit einem halben Jahrhundert in der Musik zwischen Oscar Peterson, J. S. Bach oder Joe Zawinul nichts fremd ist, zuweilen mit der sanften Eindringlichkeit eines „Herzschlages“ den romantischen Überschwang und die Melodiebögen seines Sohnes Felix eine Basis gibt.

Insgesamt eine experimentierfreudige Reise in eine Klangwelt zwischen Lyrik und mitreißendem Swing.

 

 

Klaus Schulz